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Maria Lehnen

 

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Aktuelle und geplante Ausstellungen, Termine

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Münster-Basilika St.Vitus Mönchengladbach

29. September bis 20. Oktober 2017

Sein und Werden

Ausstellung mit Arbeiten von

Maria Lehnen in Interaktion

mit Wort, Musik und Bewegung

In Zusammenarbeit mit der

Gemeinschaft „Lebendiges Münster“

 

 

Sein und Werden

Am Anfang war die Kunst; die Idee, die musikalische zur bildenden in Verbindung zu setzen, eine Synthese zwischen der klanglichen und darstellenden Virtuosität herzustellen.

Am Anfang war das Wort; die Intensität der Psalme des Alten Testaments, der Schmerz der Klagelieder Jeremias - sie fließen ein in den Strom der Musik, begleiten das bildnerische sowie das skulptural Geschaffene.

Und gleich der Musik, die nicht nur akustisch melodiös zu uns vordringt, entlädt sich im Tanz die Kraft des Werdens, greift er Motive der jeweiligen Kompositionen auf, interpretiert sie, deutet die bildnerische Darstellung und setzt sie fort.

Maria Lehnen, Klaus Paulsen, Miro Dobrowolny und Krzysztof Szymanski schaffen ein Festival, das im Mönchengladbacher Münster St. Vitus zu außergewöhnlicher Entfaltung gelangt. Aus dem künstlerischen Sein eines jeden der 4 Protagonisten entwickeln sie ein künstlerisches Werden, das den Betrachter, den Zuhörer, den Zuschauenden einen polymorphen Kunstgenuss wahrnehmen und erspüren lässt.

„Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst, des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?

Du hast ihn nur wenig geringer gemacht als Gott, hast ihn mit Herrlichkeit und Ehre gekrönt.“ (Ps 8,5-6)

Die Polyersterarbeit von Maria Lehnen, der ‚Menschenschimmer‘, wie er strahlend vor uns sein warmes Licht verbreitet, lässt ahnen, wie die Herrlichkeit das menschliche Werden zu berühren vermag.

Hier ist sie noch unangetastet, die Würde des Menschen.

Dieses in der Musik nachzuspüren oder aber mittels der Musik jene Schwere des Seins hinter sich zu lassen, weiß Rüdiger Blömer mit seiner Komposition musikalisch eindringlich zu transponieren.

Gegenüber dem ‚Menschenschimmer‘ mutet die zweite Polyesterarbeit, die weibliche Hülle nahezu schmerzvoll an.

Eine weibliche Hülle, offen, Drähte über die offene Mitte ragend.

Ein Mensch, nur wenig geringer als Gott?

Doch was geschieht im Werden dieses Menschen?

Der Schmerz, den er erfährt - oftmals ist es der Mensch selbst, der seinesgleichen den größten Schmerz zuzufügen vermag. - Ob als Wolf im Schafspelz oder in der Abgestumpftheit einer nicht nur ehrfürchtigen Kurie.

Oft sind die Übergänge fließend, die sich vom Sein zurückentwickelt oder doch noch die Herrlichkeit im Werden erfahren.

In seinen musikalischen Interpretationen, seinen kompositionellen Werken, die das

auszudrücken vermögen, was in Worten nicht zu fassen ist, weiß Klaus Paulsen: „Musik ist die emotionalste Kunst. […] Sie geht so tief wie keine andere Kunstform.“ Und so wird es ein Fest sein, wenn er an einem der Veranstaltungsabende ‚Alleluyas‘ von Simon Preston J. S. Bachs ‚Kleines Harmonisches Labyrinth‘ entgegen und es in künstlerischen Kontext zum ‚Sternenbild‘ sowie zum rotierenden ‚Kosmos‘ von Maria Lehnen setzt.

Jenes künstlerische Zusammenspiel erweiternd, wird der Tanz - choreografiert von Krzysztof Szymanski - eine weitere Erlebnis- und Sinnesebene hinzufügen. In der tanzenden, zutiefst emphatischen Bewegung gelingt es, sowohl den Klang der Musik als auch die bildnerischen Komponenten zu transformieren.

In diesem Sinne werden Führungen mit musikalischen Akzenten stattfinden. Konzentriert auf einen künstlerischen Schwerpunkt gibt sich dann vor Ort, innerhalb der Ausstellung die Möglichkeit des konzentrierten Diskurses.

Sein und Werden, Anfang und Ende – die Dualität im Werden hebt Maria Lehnen insbesondere in der Skulptur des Janus, im erhaben kreatürlichen Gegenüber von Schaf und Wolf emphatisch hervor.

Janus als das Wissen darum, dass das Göttliche im Menschen stets auch den Antipoden in ihm hervorruft.

Ein jeder spürt sie in sich, die Dualität. Im Sein und Werden entscheidet sich, ob das Licht oder die Dunkelheit überwiegt, uns leitet, uns bestimmt.

Dominieren in etlichen Werken von Maria Lehnen die menschlichen Verletzungen, die Verletzlichkeit im Sein, so blitzt mitunter doch auch die kosmisch strahlende Verheißung auf und lässt darauf hoffen, dass sie uns widerfährt.

 

Dr. Barbara Maiburg